• Hundeführerschein Rheinland-Pfalz

    Alles was Du zu Deinem Hundeführerschein wissen musst!

Hundeführerschein Rheinland-Pfalz

Hundeführerschein Rheinland-Pfalz – In Rheinland–Pfalz müssen Hundehalter keinen Hundeführerschein vorweisen, um ihr Tier ohne Leine im öffentlichen Raum führen zu dürfen. Laut amtlichen Statistiken ereigneten sich im Landesgebiet seit 2003 keine tödlichen Beißattacken von Hunden auf Menschen oder andere Hunde. Bundesweit wurden im Jahre 2017, gemäß offizieller Erhebungen, 236 Personen durch Hundebisse verletzt. Zudem erlitten im gleichen Zeitraum 240 Hunde Verletzungen, die auf Beißattacken anderer Hunde zurückzuführen sind. 34 betroffene Hunde kamen dabei zu Tode.

Hundeführerschein Rheinland-Pfalz auf freiwilliger Basis

Animiert von diesen bundesweiten Entwicklungen, fordert aktuell die rheinland- pfälzische Umweltministerin eine deutschlandweite Verpflichtung zum Hundeführerschein. Nach Aussagen von Ulrike Höfken forciere eine konzentrierte Sachkunde der Hundehalter eine Verbesserung der Sicherheit im öffentlichen Raum. Demnach optimiere das umfassende Fachwissen der Halter den artgerechten Umgang mit den Tieren und stärke nachhaltig den Tierschutz. Deshalb streben zahlreiche Politiker danach die Sachkunde verbindlich im bundesweiten Tierrecht zu verankern. Nach dem rheinland – pfälzischen Landeshundegesetz sind auf Landesebene die Rassen American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier sowie Pit Bull Terrier als gefährlich einzustufen. Diese Tiere sind laut Gesetz in der Öffentlichkeit anzuleinen. Zudem müssen die Tiere einen Maulkorb tragen.

Hundeführerschein Rheinland-Pfalz – Zahlreiche Anbieter auf Landesebene

Der Hundeführerschein in Rheinland-Pfalz wird von verschiedenen Anbietern auf freiwilliger Basis offeriert. Hundehalter können die Prüfung, die sich in einen theoretischen – und praktischen Teil gliedert, bei zertifizierten Hundeschulen, Hundetrainern und Hundevereinen abnehmen lassen. Alternativ sind in Rheinland – Pfalz einige Tierärzte berechtigt den freiwilligen Hundeführerschein auszustellen. Entsprechend zugelassene Tierärzte können über den Link ” www.ltk-rlp.de/node/323″ ( Internetpräsenz der Landestierärztekammer Rheinland – Pfalz ) eingesehen werden.

Der Hundeführerschein in Rheinland-Pfalz kann bei Anbietern erworben werden, die über eine Zertifikation des VDH ( Verband für das Deutsche Hundewesen ), des BHV (Berufsverband der Hundeerzieher und Verhaltensberater), der BVZ (Berufsverband zertifizierter Hundeschulen) oder des IBH (Internationaler Berufsverband der Hundetrainer und Hundeunternehmer) verfügen.

Die einzelnen Anbieter orientieren die entsprechende Hundeprüfung anhand unterschiedlicher Richtlinien. Demnach werden nicht alle Nachweise behördlich anerkannt. Ob der Hundeführerschein eine Vergünstigung der Hundesteuer auslöst, ist daher explizit bei der regionalen Kommune zu erfragen.

Hundeprüfung generiert gefahrenloses Verhalten

Ein Hundeführerschein gilt grundsätzlich als Befähigungsnachweis des Halters der dokumentiert, dass dieser sein Tier permanent Führen kann ohne dabei Dritte, andere Hund bzw. sich selber zu gefährden. Deshalb belegt die Bescheinigung die Sachkunde des Hundehalters sowie den Grundgehorsam und die Sozialverträglichkeit des jeweiligen Tieres.

Das theoretische Fachwissen dient der Übermittlung rassenspezifischer Informationen. Somit erlernt der Halter essentielles Wissen bezüglich von Sozialverhalten, Kommunikation, Lernverhalten, Erziehung, Ausbildung, Angst, Aggression, Haltung, Pflege, Rassenkenntnisse, Ernährung, Gesundheit und Fortpflanzung des Hundes. Zusätzlich transportiert der theoretische Lerninhalt fundiertes Wissen zu den rechtlichen Pflichten eines Hundehalters. Die Fragen sind per Multiple- Choice – Verfahren zu beantworten.

Sofern die Theorie erfolgreich bestanden ist, wird das Team aus Mensch und Hund zur praktischen Hundeprüfung zugelassen. Diese dient primär dazu die einheitliche Interaktion von Halter und Tier darzulegen. Die artgerechte und vorausschauende Interaktion des Halters mit dem Hund, wird ebenso analysiert wie dessen Grundgehorsam und Sozialverträglichkeit. Das Tier muss Prüfungssituationen unter verschiedenen Reizstufen absolvieren. Deshalb findet der praktische Teil in belebten- und reizarmen Arealen statt. Belästigt ein Hund Dritte bzw. andere Tiere, gilt die Praxis als nicht bestanden.

Die Kosten sind abhängig von dem jeweiligen Anbieter. Durchschnittlich ist der Hundeführerschein in Rheinland-Pfalz mit Gebühren in Höhe von 100 € verbunden.

Hundeführerschein als Nachweis der Gehorsamkeit

Der Hundeführerschein verbessert nachweisbar die Verständigung und die Interaktion zwischen Halter und Tier. Das erworbene Fachwissen ermöglicht eine rassenspezifische Haltung und eine bestmögliche Erziehung, die die vermeintliche Gefährlichkeit von Hunden reduziert. Geprüfte Hunde stellen keine akute Gefahr für Dritte, andere Tiere oder Halter dar, da sie über einen umfassenden Grundgehorsam verfügen. Demgegenüber weisen falsch erzogene bzw. ungehorsame Hunde eine erhöhte Beißbereitschaft auf. Somit besitzt der Hundeführerschein das Potential stigmatisierte ” Listenhunde” von Vorurteilen zu befreien. Das Fachwissen optimiert zudem nachhaltig das Tierwohl.

Hundeführerschein Rheinland-Pfalz

Hundeführerschein Rheinland-Pfalz | © Bildagentur PantherMedia / Martin Schlecht