Hundeführerschein Thüringen

Grundsätzlich sind Hundehalter im Freistaat Thüringen nicht zur Absolvierung des Hundeführerscheins verpflichtet. Eine Leinenpflicht existiert nicht. Bis Anfang des Jahres 2018 galt in Thüringen verbindlich eine Rasseliste für Hunde, die die vermeintliche Gefährlichkeit der Tiere anhand deren Rasse festlegte. Laut der Liste waren bis Januar 2018 American Staffordshire Terrier, Bullterrier, Pitbull Terrier und Staffordshire Bullterrier als gefährlich klassifiziert. Halter entsprechender Hunde benötigten einen Sachkundenachweis, um diese halten zu dürfen. Zukünftig müssen lediglich Besitzer auffällig in Erscheinung getretener Tiere einen derartigen Nachweis vorlegen. Der hierfür erforderlich werdende Sachkundenachweis kann über den Hundeführerschein erbracht werden. Da verschiedene Anbieter den Hundeführerschein in Thüringen nach unterschiedlichen Richtlinien ausstellen, gilt es im Vorfeld bei der zuständigen Behörde zu erfragen, welcher Hundeführerschein als Wesenstest offiziell anerkannt wird. Ein behördlich anerkannter Hundeführerschein kann zudem eine Ermäßigung der Hundesteuer auslösen.

Der Hundeführerschein

Der Hundeführerschein ist ein Befähigungsnachweis, welcher sowohl die umfassende Sachkunde des Halters als auch den Gehorsam und die Sozialverträglichkeit des Hundes belegt. Mit Hilfe des Hundeführerscheins können “ Listenhunde“ von Vorurteilen befreit werden. Seit Einführung der Rassenliste im Jahre 2011, wurden bis Ende des Jahres 2017 in Thüringen 415 Angriffe von Hunden statistisch erfasst. Lediglich in 9 Fällen waren “ Listenhunde“ für die Übergriffe verantwortlich.

Zahlreiche Anbieter für die Hundeprüfung

In Thüringen kann die Hundeprüfung freiwillig abgelegt werden. Zur Abnahme der Hundeprüfung sind zahlreiche Hundeschulen, Hundetrainer, Tierärzte und Vereine berechtigt. Auskunft über zugelassene Prüfer geben die Homepages der zertifizierten Verbände. Demnach können über die Internetpräsenz des VDH (Verband für das Deutsche Hundewesen), des BHV (Berufsverband der Hundeerzieher und Verhaltensberater), des IBH (Internationaler Berufsverband der Hundetrainer und Hundeunternehmer) sowie der BVZ (Berufsverband zertifizierter Hundeschulen) Kontaktdaten und Informationen über anerkannte Prüfer entnommen werden.

Die Hundeprüfung umfasst neben einem theoretischen einen praktischen Teil. Das erfolgreiche Bestehen der Theorie bildet die Grundvoraussetzung, um für die Praxis zugelassenen zu werden. Das Mindestalter für die Zulassung eines Hundes ist prinzipiell auf 12 Monate festgesetzt. Im Rahmen der Theorie wird per Multiple – Choice- Verfahren das Fachwissen zu Ernährung, Pflege, Fortpflanzung, Sozialverhalten, Kommunikation, Lernfähigkeit, Erziehung, Ausbildung, Angst, Aggression, Rassenkenntnisse und Gesundheit des Hundes sowie zu den rechtlichen Pflichten des Halters abgefragt. Die Theorie beansprucht in der Regel ein Zeitfenster von rund 60 Minuten.

Im Zuge der praktischen Hundeprüfung wird der Verbund aus Mensch und Tier als symbiotische Einheit bewertet. Der Gehorsam und die soziale Verträglichkeit sind ebenso ausschlaggebend für die Einstufung wie das artgerechte und vorausschauende Agieren des Hundehalters. Die Praxis wird in reizintensiven und in reizarmen Umgebungen geprüft. Belästigt der Hund in diesem Kontext Dritte oder andere Hunde, verursacht dieses Verhalten das Nichtbestehen der Hundeprüfung. Der praktische Teil ist durchschnittlich an ein Intervall von zwei bis drei Stunden gebunden.

Im Prüfungskontext dürfen Futter und Spielzeug genutzt werden. Körperlich eingeschränkte Personen dürfen nach Absprache mit dem Prüfer weitere Hilfsmittel einsetzen. Für den Hundeführerschein entstehen pro Team (Mensch – Hund) durchschnittlich Kosten in Höhe von 100 €.

Wenn die Prüfung ganzheitlich erfolgreich bestanden ist, erhält der Hund eine Plakette, der Halter einen Nachweis. Der Befähigungsnachweis wird generell für ein unbegrenztes Zeitfenster ausgestellt. Das regelmäßige Erneuerern des Dokumentes ist nicht notwendig.

Hundeführerschein in Thüringen belegt Gehorsamkeit des Tieres für ein kontrolliertes Führen

Das erfolgreiche Absolvieren der Prüfung erlaubt eine umfassende Einschätzung wie der Hund in alltäglichen Situationen auf die Befehle seines Halters reagiert. Daher stellen gehorsame Tiere keine Gefährdung für Dritte bzw. die Gesellschaft dar. Hundehalter erwerben durch das Prüfungswissen zielgerichtet Kompetenzen, die nachhaltig die Einheit von Mensch und Tier positiv beeinflussen. Zusätzlich können auf Basis des Fachwissens Erziehungsfehler anhaltend vermieden werden, die eine zusätzliche Erhöhung des mutmaßlichen Gefahrenpotentials des jeweiligen Tieres darstellen. Die Prüfer legen im Rahmen der praktischen Prüfung den Fokus auf die Interaktion zwischen Hund und Halter. Wenn diese stets von Einvernehmen, Gehorsam und Vertrauen geprägt ist, kann die Praxis unkompliziert bestanden werden.

Cookie-Einstellung

Bitte treffen Sie eine Auswahl. Weitere Informationen zu den Auswirkungen Ihrer Auswahl finden Sie unter Hilfe.

Treffen Sie eine Auswahl um fortzufahren

Ihre Auswahl wurde gespeichert!

Hilfe

Hilfe

Um fortfahren zu können, müssen Sie eine Cookie-Auswahl treffen. Nachfolgend erhalten Sie eine Erläuterung der verschiedenen Optionen und ihrer Bedeutung.

  • Alle Cookies zulassen:
    Jedes Cookie wie z.B. Tracking- und Analytische-Cookies.
  • Accept first-party cookies only:
    Nur Cookies von dieser Webseite.
  • Keine Cookies zulassen:
    Es werden keine Cookies gesetzt, es sei denn, es handelt sich um technisch notwendige Cookies.

You can change your cookie setting here anytime: Datenschutzerklärung. Impressum

Zurück